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Schleppgelände "Deutschherrenfeld"

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Welche Voraussetzungen sind zum Erwerb der Pilotenlizenz erforderlich ?
..und zum Erhalt
Die Ausbildung zum Drachen- und/oder Gleitschirmpiloten...

Alles übers Drachen und Gleitschirmfliegen
Das Fliegen mit dem Gleitschirm oder dem Drachen ist die wohl unkomplizierteste Art zu fliegen. Gestartet wird an hindernisfreien Berghängen oder mit Hilfe einer Seilwinde in flachem Gelände. Der Pilot nutzt Aufwindquellen, um Höhe zu gewinnen. Die gewonnene Höhe setzt er anschließend in geflogene Strecke um. Flugstrecken von weit über 100 Kilometern sind keine Seltenheit. Viele Piloten gehen allerdings nicht auf Streckenjagd, sondern genießen das lautlose Gleiten hoch über der Landschaft.

Gleitschirmfliegen
Die gesamte Flugausrüstung für das Gleitschirm-Fliegen paßt in einen großen Rucksack. Sie wiegt knapp 20 kg. Während des Fluges sitzt der Pilot bequem in einem Sitzgurt. Er ist über die Tragegurte, die sich in viele dünne Leinen verzweigen, mit der eigentlichen Tragfläche, dem Gleitschirm verbunden. Gesteuert wird der Gleitschirm mit den Händen durch Steuerleinen. Durch technische Verbesserungen ist die Gleitleistung in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Ein moderner Gleitschirm kann bei einem Höhenverlust von 1000 Metern 8 Kilometer weit fliegen.

Drachenfliegen
Der Drachen hat unter dem Segeltuch ein festes Grippe aus Aluminiumrohren und Segellatten. Der Pilot ist während des Fluges liegend unter dem Drachen aufgehängt und hält den Steuerbügel in den Händen. Er steuert den Drachen durch Gewichtsverlagerung, indem er den Steuerbügel nach links oder rechts verschiebt. Auch die Geschwindigkeit kann er mit dem Steuerbügel regulieren. Ein moderner Drachen kann bis auf über 80 Stundenkilometer beschleunigt werden. Die normale Fluggeschwindigkeit liegt bei 40 Stundenkilometern. Bei einem Höhenverlust von 1000 Metern kann ein Drachen etwa 10 Kilometer weit gleiten.

Ausbildung
Das Drachen- und Gleitschirmfliegen ist – wie das Autofahren, -nur nach einer intensiven Ausbildung mit anschließender Prüfung erlaubt.
Zur Ausbildung gehört die praktische Flugschulung und theoretische Unterricht z.B. in Wetterkunde und Luftrecht.
Nach der Ausbildung, die etwa vier Wochen dauert, legt der Flugschüler vor einer Prüfungskommission des Deutschen Hängegleiterverbandes 
die theoretische und die praktische Prüfung ab.Er erhält den Luftfahrerschein und darf damit selbstständig fliegen.
Zum Fliegen über größere Distanz (Streckenfliegen) ist ein zusätzlicher Flugschein nötig, der ebenfalls durch eine Prüfung erworben wird.
Nach weiterer Ausbildung kann der Pilot durch eine Prüfung auch den Tandem-Flugschein erwerben, der es ihm erlaubt, mit dem Drachen oder Gleitschirm einen Passagier am Flugspaß teilnehmen zu lassen.

Fliegerstatistik
In Deutschland gibt es über 30.000 Drachen- und Gleitschirmflieger. Fast alle sind im Deutschen Hängegleiterverband organisiert. Die Mehrheit der Piloten ( rund 18.000 ) sind Gleitschirmflieger, ca. 12.000 fliegen Drachen. Das Durchschnittsalter der Piloten liegt bei 38 Jahren. Etwa 10 Prozent sind Fliegerinnen.

Tandemfliegen Die beste Art, das Gleitschirm- oder Drachenfliegen kennenzulernen ist ein Passagierflug mit dem Doppelsitzer.
Dies ist nicht nur ein unvergeßliches Erlebnis, sondern auch ein sicheres Vergnügen.
Im Gegensatz zum Autofahren dürfen nämlich nur speziell ausgebildete Tandempiloten einen Passagier befördern.
Zum Fliegen sind besondere Tandemschirme nötig, die für die erhöhte Zuladung ausgelegt sind. Flugschulen und Flugsportvereine bieten Passagierflüge an.
Solch eine Gelegenheit sollte man nutzen – vor allem, wenn man sich für das Fliegen mit dem Gleitschirm oder Drachen interessiert.

Kein Risikosport
Drachen- und Gleitschirmfliegen sind keine Risikosportarten.
Tödliche Unfälle sind sehr selten.
Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland nur zwei tödliche Abstürze mit dem Drachen und keinen mit dem Gleitschirm.
Jährlich werden rund eine Million unfallfreie Flüge unternommen.

Unfallvermeidung
Das Vermeiden von Flugunfällen ist ein vordringliches Ziel der Flugschulen, der Geräte- hersteller und des Deutschen Hängegleiterverbandes.
Die Flugschulen bieten neben einer sorgfältigen Ausbildung viele Weiterbildungsprogramme an, die den Piloten helfen, ihr Fluggerät auch in schwierigen Situationen sicher zu fliegen und zu landen.
Die Gerätehersteller unterliegen strengen Qualitätskriterien.
So darf in Deutschland ein Fluggerät nur dann benutzt werden, wenn es vom Deutschen Hängegleiterverband getestet und zugelassen wird.
Jedes zugelassene Gerät muß alle zwei Jahre auf seine Flugtauglichkeit geprüft werden ( ähnlich dem Tüv beim Auto: eine Prüfplakette zeigt, wann die nächste Prüfung fällig ist.)
Beim Deutschen Hängegleiterverband gibt es eine Arbeitsgruppe zur Analyse und Vermeidung von Flugunfällen.
Der Verband gibt Anweisungen für Gerätehersteller und Piloten, die für die Betroffenen verbindlich sind.

Geräteklassifizierung
Um Unfälle zu vermeiden, werden alle Fluggeräte vom Deutschen Hängegleiterverband in drei Sicherheits-Kategorien unterteilt.
Kategorie 1 zeichnet sich durch gutmütiges Flugverhalten aus und ist für Anfänger und Piloten, die nur selten fliegen.
Kategorie 2 ist für die große Masse der Durchschnittspiloten vorgesehen.
In Kategorie 3 werden Geräte eingestuft, die nur von erfahrenen und geübten Piloten geflogen werden.
Diese Geräte sind in der Regel am leistungsstärksten, zugleich aber auch am schwierigsten zu fliegen.

Sicherheit durch Helm und Rettung
Zur eigenen Sicherheit darf nur mit Helm geflogen werden. Außerdem muß jeder Pilot einen Rettungsfallschirm mit sich führen. Bei einem Absturz löst der Pilot den Rettungsfallschirm aus. So hat er auch dann, wenn sein
Fluggerät nicht mehr flugfähig ist ( z.B. nach einen Zusammenstoß in der Luft ) eine gute Chance, heil zu landen.

Leistungssport
Auch im Drachen und Gleitschirmfliegen gibt es nationale und internationale Meisterschaften und Pokale.

Naturschutz
Drachen- und Gleitschirmfliegen sind naturfreundliche Sportarten.
Geflogen wird mit Sonnenenergie.
Die Sonne heizt die Erdoberfläche auf. Dadurch entsteht aufsteigende Warmluft, die die Piloten nutzen, um Höhe zu gewinnen.
Die Auffahrt zum Startplatz erfolgt in der Regel mit Bergbahnen, die ohnehin für die Touristen in Betrieb sind.
Startplätze werden nur zugelassen, wenn durch das Fliegen keine Naturschäden zu befürchten sind. An besonders häufig genutzten Startplätzen ergreifen die Vereine Maßnahmen, um zu verhindern, das Trittschäden und Erosion die Natur schädigen.
Auch das Wild hat sich an die Schatten der Flieger gewöhnt.
Eine umfangreiche Studie der wildbiologischen Gesellschaft in München kam zu dem Ergebnis daß der Großteil der überflogenen Wildtiere sich durch Drachen- und Gleitschirme nicht stören läßt.
Um dennoch Risiken für die Tiere möglichst auszuschließen, treffen die Vereine Regelungen zum Schutz empfindlicher Einstands- und Brutgebiete, z.B. Flugverbote zu bestimmten Jahreszeiten oder räumliche Beschränkungen.
(Quelle: www.vdv-hamm.de)